Medienkit erklärt: Erstellung, Formate und Best Practices
Ein Media Kit ist der Lebenslauf Ihrer Marke – professionell gestaltet, um Journalisten, Influencer und potenzielle Partner zu beeindrucken.
Wir führen Sie durch den gesamten Prozess, von der Auswahl der Inhalte bis zur Entscheidung, wie Sie Ihr Media Kit teilen. Außerdem erfahren Sie, wie Sie ein PDF in ein Flipbook umwandeln können, falls Sie es in einem interaktiven digitalen Format veröffentlichen möchten.
Was ist ein Media Kit?
Ein Media Kit, auch Press Kit genannt, ist im Grunde eine Sammlung der wichtigsten Informationen über Ihre Marke. Es erleichtert Reportern, Bloggern und anderen, die über Ihr Unternehmen berichten möchten, ihre Arbeit erheblich. Einfach gesagt: Es bündelt alles an einem Ort – Ihr Logo, eine kurze Beschreibung Ihrer Tätigkeit, Kontaktdaten, einige wichtige Zahlen, vielleicht Produktfotos oder Markenrichtlinien. Statt mühsam Ihre Webseite zu durchforsten oder E-Mails hin und her zu schicken, finden Interessierte direkt, was sie brauchen.
Doch ein Media Kit ist nicht nur für die Presse. Auch Investoren, Partner oder potenzielle Kooperationspartner werfen oft einen Blick darauf. Wenn jemand Ihr Logo benötigt oder sicherstellen möchte, wie Ihr Markenname korrekt geschrieben wird, ist das Media Kit meist die erste Anlaufstelle.
Früher verschickten Unternehmen gedruckte Mappen oder hängten schwere PDF-Dateien an E-Mails an. Heute ist es viel üblicher, einen Link zu teilen. Media Kits finden sich häufig online, sei es als Presseseiten, Broschüren oder in geteilten Ordnern. Unten sehen Sie ein Beispiel für ein Media Kit, das als interaktives Flipbook erstellt wurde.
Beispiel eines Media Kits von Publuu
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Was sollte ein Media Kit enthalten?
Ein gutes Media Kit beginnt mit den Grundlagen. Machen Sie es einfach, mit Ihnen in Kontakt zu treten, indem Sie eine aktuelle E-Mail-Adresse hinzufügen – und falls nötig, eine Telefonnummer, einen Website-Link und Ihre Social-Media-Profile.
Erklären Sie außerdem, wer Sie sind. Eine kurze „Über uns“-Sektion mit einer klaren Beschreibung Ihres Unternehmens und Ihrer Angebote reicht meistens aus. Leser brauchen keine ausführliche Unternehmenshistorie, sondern einfach nur den richtigen Kontext. Visuelle Materialien sind genauso wichtig: Fügen Sie Ihr Logo in gebrauchsfertigen Formaten, Produktfotos und Grafiken hinzu, die ohne zusätzliche Bearbeitung veröffentlicht werden können. Nützliche Ergänzungen sind wichtige Zahlen oder kurze Beispiele, die zeigen, dass Ihre Marke aktiv und vertrauenswürdig ist.
Kurze Biografien und Fotos von Gründern oder Teammitgliedern können ebenfalls hilfreich sein, insbesondere wenn Interviews Teil des Gesprächs sind. Und vergessen Sie nicht einfache Markenrichtlinien, damit andere wissen, wie Ihr Name, Ihre visuellen Materialien und Ihr Ton korrekt verwendet werden sollen.
Die meisten dieser Inhalte existieren wahrscheinlich bereits. Die eigentliche Aufgabe besteht darin, sie an einem Ort zu bündeln und aktuell zu halten.
📊 Brancheneinblick: Der Nachrichtenkonsum verlagert sich zunehmend auf digitale Plattformen, wie im Digital News Report 2025 des Reuters Institute festgestellt wurde. Diese Entwicklung macht zugängliche und leicht teilbare Pressematerialien wichtiger denn je.
So erstellen Sie ein Media Kit (Schritt für Schritt)
Ein Media Kit zu erstellen, muss nicht kompliziert sein. Im Folgenden zeigen wir Ihnen eine einfache Herangehensweise.

Materialien vorbereiten und sammeln
Bevor Sie mit dem Design beginnen, sammeln Sie zunächst alles, was bereits vorhanden ist. Viele Unternehmen sind überrascht, wie viel Material bereits in ihren Ordnern liegt.
Sie benötigen wahrscheinlich eine kurze Unternehmensbeschreibung, Ihre Mission und einige Informationen über die Menschen hinter der Marke. Überprüfen Sie auch, ob Ihre Zahlen und Erfolge noch aktuell sind. Oft merkt man erst in diesem Moment, dass einige Daten seit Jahren nicht aktualisiert wurden.
Vergessen Sie nicht die praktischen Dateien. Stellen Sie sicher, dass Sie Ihr Logo in einem nutzbaren Format, ein paar hochwertige Fotos und klare Produktbeschreibungen haben. Es ist viel einfacher, das Kit zu erstellen, wenn alles an einem Ort gesammelt ist.
Die Geschichte des Unternehmens erzählen
Überlegen Sie jetzt, wie Sie Ihr Unternehmen präsentieren möchten. Halten Sie es einfach. Erklären Sie, was Sie tun, wem Sie helfen und warum Ihr Unternehmen überhaupt existiert. Sie müssen es nicht unnötig kompliziert machen.
Wenn Interviews Teil des Prozesses sein könnten, fügen Sie kurze Biografien der Gründer oder wichtiger Teammitglieder hinzu. Medien bevorzugen oft eine zitierbare Person und nicht nur einen Markennamen.
Format auswählen und anpassen
Sobald Ihr Inhalt fertig ist, überlegen Sie, wie Sie ihn präsentieren möchten. Manche Unternehmen bleiben bei einem einfachen PDF, andere bevorzugen eine Presse-Seite oder ein interaktives Flipbook.
Egal, wofür Sie sich entscheiden, bleiben Sie Ihrer visuellen Identität treu. Verwenden Sie die gleichen Farben, Schriftarten und Logo-Versionen, die Sie auch sonst nutzen. Wenn Sie sich für eine interaktive Option entscheiden, prüfen Sie, ob Sie Links, zusätzliche Materialien oder einfache Kontaktmöglichkeiten hinzufügen können.
An einem sichtbaren, zugänglichen Ort veröffentlichen
Wenn alles fertig ist, ist es Zeit, Ihr Media Kit zu veröffentlichen. Fügen Sie es Ihrer Website hinzu, halten Sie den Link griffbereit, wenn Sie Ihr Unternehmen vorstellen, und stellen Sie sicher, dass es leicht zu teilen ist. Je einfacher der Zugang, desto wahrscheinlicher wird es genutzt.
Wenn Sie eine gehostete Plattform nutzen, kann das Aktualisieren der Datei ohne den Link zu ändern später Zeit sparen.
Beispiele für Media Kit-Formate
Es gibt kein „richtiges“ Format für ein Media Kit. Die richtige Wahl hängt davon ab, wie Sie es teilen möchten und wie oft Sie es aktualisieren werden.
Publuu Digital Flipbook (empfohlen)
Ein interaktives Flipbook wirkt dynamischer als ein statisches PDF. Es bewahrt das Layout eines traditionellen Dokuments und ergänzt es um klickbare Links, Videos und andere Elemente, die online gut funktionieren.
Dieses Format bietet außerdem wertvolle Einblicke in die Nutzung, wie z. B. durchschnittliche Verweildauer pro Seite, Ansichten und Link-Klicks. Damit können Sie besser nachvollziehen, wie Ihr Media Kit verwendet wird. Unten finden Sie ein Beispiel für ein Media Kit, das mit Canva erstellt und über unsere Integration geteilt wurde.
Beispiel für das Media Kit von Publuu
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Einseitiges Medienkit
Einige Marken bevorzugen es, sich kurz und prägnant zu präsentieren. Ein einseitiges Medienkit, das in der Regel als einfaches PDF oder Bilddatei geteilt wird, hebt nur die wichtigsten Informationen hervor.
Diese Variante eignet sich hervorragend für schnelle Einführungen oder Nachrichten in sozialen Medien. Der Nachteil ist, dass zusätzliche Ressourcen verlinkt werden müssen, wenn jemand tiefergehende Informationen benötigt.

Eigene Presse-Seite
Eine Presse-Seite befindet sich direkt auf Ihrer Website. Sie kann herunterladbare Materialien, Informationen über das Unternehmen und Kontaktdaten für die Presse enthalten.
Diese Option ist leicht zugänglich und unterstützt die Suchmaschinenoptimierung (SEO). Allerdings erfordert sie oft regelmäßige Aktualisierungen und in manchen Fällen technischen Support, um sie zu pflegen.
PDF-Dokument
Das klassische PDF bleibt ein beliebtes Format. Es ist einfach zu erstellen und kann problemlos als Anhang versendet werden.
Allerdings bedeutet die Aktualisierung eines PDFs, dass es erneut versendet werden muss, und größere Dateien können schwer zu teilen sein. Zudem ist es auf mobilen Geräten weniger flexibel einsetzbar.

Cloud-Ordner
Manche Unternehmen teilen einen Ordner mit Rohdaten wie Logos, Produktbildern und Videos. Diese Methode ist praktisch für große Dateien, bietet jedoch oft keine Struktur oder eine klare Storyline. Ein Ordner allein vermittelt selten das Gesamtbild Ihrer Marke.
Video-Medienkit
Anstelle eines schriftlichen Dokuments können Sie ein kurzes Video erstellen, das Ihre Marke, Produkte und Mission vorstellt. Dies ist besonders in Branchen wie Mode oder Gaming eine einprägsame und ansprechende Option. Allerdings benötigen Journalisten oft Texte, auf die sie sich beziehen oder die sie zitieren können, weshalb Videos am besten als Ergänzung verwendet werden.
Physisches Medienkit
In einigen Branchen, insbesondere solchen, die auf greifbaren Produkten basieren, sind physische Medienkits noch immer verbreitet. Diese können gedruckte Materialien, Produktproben oder gebrandete Verpackungen enthalten.
Sie hinterlassen einen starken Eindruck, besonders bei Veranstaltungen. Der offensichtliche Nachteil sind jedoch die Kosten und die Logistik.

Vorteile eines Medienkits
1. Kontrolle über das Image und Markenschutz
Ein Pressekit wird erstellt, um sicherzustellen, dass Sie kontrollieren können, was andere über Sie schreiben.
- Aktuelle Informationen: Stellen Sie sicher, dass Journalisten Ihr aktuelles Logo, korrekte Statistiken und aktuelle Botschaften verwenden. Wenn Sie beispielsweise vor zwei Jahren ein Rebranding durchgeführt haben, sollte Ihr Pressekit das neue Logo enthalten – nicht das alte.
- Vermeidung von Fehlinformationen: Ein offizielles Pressekit sorgt dafür, dass die richtigen Materialien verwendet werden, anstatt veraltete oder falsche Inhalte. Dies ist besonders heute wichtig, wo KI-generierte Inhalte und Fehlinformationen häufig vorkommen.
- Konsistenz: Wenn alle auf die gleichen freigegebenen Materialien zugreifen, wirkt Ihre Marke in Artikeln, Videos und sozialen Medien professionell und einheitlich.
2. Erleichtern Sie die Arbeit der Medien
Journalisten haben einen vollen Terminkalender. Sie arbeiten oft unter Zeitdruck und haben keine Zeit, fehlende Details zu suchen. Wenn Sie ihnen klare und organisierte Materialien bereitstellen, nutzen sie diese eher.
- Fertig vorbereitete Inhalte: Anstatt Informationen mühsam zu suchen, finden Reporter Ihre Fotos, Fakten und Hintergrunddetails schnell an einem Ort.
- Schnelligkeit: Je schneller sie auf alles zugreifen können, desto einfacher fällt es, Ihre Marke in einen Artikel einzubinden.
3. Sparen Sie Zeit
Ein Medienkit spart Ihnen Zeit. Denken Sie nur daran, wie oft Sie das gleiche Logo verschickt oder dieselben Fragen beantwortet haben.
- Weniger wiederholte E-Mails: Sie müssen nicht immer wieder dieselben Fragen beantworten oder Dateien einzeln an verschiedene Personen senden. Das hat wohl jeder schon einmal gemacht.
- Einfache Weitergabe: Anstatt für jede Anfrage neue Materialien vorzubereiten, können Sie einfach einen Link mit allen Inhalten versenden.

4. Glaubwürdigkeit und Professionalität aufbauen
Ein gut gestaltetes Medienkit zeigt, dass Sie Ihre Marke ernst nehmen. Menschen merken, wenn alles gut organisiert ist.
- Starker erster Eindruck: Klare Informationen und einheitliche visuelle Inhalte lassen Ihr Unternehmen professioneller wirken. Es zeigt zudem Liebe zum Detail.
- Attraktive Investoren: Wenn Partner oder Investoren schnell verstehen, was Sie tun, und die wichtigsten Zahlen sehen, fällt es ihnen leichter, sich für eine Zusammenarbeit zu entscheiden.
Best Practices für ein Medienkit
Ein Medienkit zu erstellen, ist nur der erste Schritt. Der wahre Nutzen liegt darin, es aktuell und praktisch zu halten. Hier sind ein paar einfache Regeln, die einen großen Unterschied machen:
✔️ Halten Sie es aktuell - dies ist der wichtigste Punkt; ein veraltetes Kit ist nutzlos.
- Daten und Statistiken: Aktualisieren Sie regelmäßig Ihre Social-Media-Zahlen und wichtige Unternehmensmeilensteine.
- Bilder: Verwenden Sie Fotos, die Ihr aktuelles Erscheinungsbild zeigen, nicht das von vor fünf Jahren.
- Sprache: Vermeiden Sie saisonalen Jargon oder popkulturelle Anspielungen, die den Text nach wenigen Monaten veraltet wirken lassen könnten.
✔️ Seien Sie präzise und auf den Punkt - Ihr Kit ist ein Handbuch und eine schnelle Übersicht, kein Nachschlagewerk.
- Struktur: Verwenden Sie kurze Textblöcke, Aufzählungen und klare Unterüberschriften.
- Fokus: Ob Sie eine kurze PDF-Zusammenfassung oder eine detailliertere digitale Version erstellen – vermeiden Sie unnötige Inhalte. Jede Seite sollte einen klaren Zweck erfüllen.
- Auswahl: Entfernen Sie überflüssige Informationen. Behalten Sie nur das, was Ihren Wert klar vermittelt.
✔️ Von der Konkurrenz lernen und reagieren – das Rad muss nicht neu erfunden werden.
- Analyse: Untersuchen Sie die Kits von Marken, die Sie bewundern. Finden Sie heraus, was sie gut machen und wo sie Schwächen haben.
- FAQ-Bereich: Wenn Sie häufig dieselben Fragen erhalten, fügen Sie einen Q&A-Bereich in Ihr Kit ein. Heutzutage ist das äußerst praktisch.
✔️ Das Distributionsformat an den Anlass anpassen – wählen Sie die richtige Methode, um Ihr Kit je nach Situation und Gesprächspartner zu teilen.
- Interaktives Flipbook: Eine praktische, alltägliche Option, die jederzeit leicht zugänglich und teilbar ist.
- E-Mail: Versenden Sie das Kit als Flipbook-Link, wenn Sie einen potenziellen Partner kontaktieren.
- Events (Messen): Physische Materialien funktionieren gut, aber fügen Sie immer einen QR-Code hinzu, der zur digitalen Version führt.

FAQ zum Media Kit
Was ist ein Influencer-Media-Kit?
Ein Media-Kit für Influencer ist vergleichbar mit einem Lebenslauf für Marken und Sponsoren. Während ein Marken-Media-Kit die Firmengeschichte und Produkte für die Presse hervorhebt, zeigt ein Influencer-Media-Kit demografische Daten der Zielgruppe, Engagement-Raten, Follower-Zahlen, frühere Kooperationen und Preisangaben. Ziel ist es, zu beweisen, dass sie einer spezifischen Zielgruppe Produkte einer Marke erfolgreich näherbringen können.
Ist ein Media Kit dasselbe wie ein Portfolio?
Nein, aber sie sind verwandt. Ein Portfolio enthält Arbeitsproben (wie Artikel, Designs oder Fotos), um Ihre Fähigkeiten zu demonstrieren. Ein Media-Kit hingegen beschreibt Ihre Markenidentität, liefert Fakten, Zahlen und Kontaktdaten. Kreative Profis können in ihrem Media-Kit auf ihr Portfolio verlinken, aber beide Dokumente haben unterschiedliche Zwecke.
Ist ein Media Kit notwendig?
Technisch gesehen können Sie ohne auskommen, aber praktisch ist es unverzichtbar. Ohne ein Media-Kit wirken Sie unvorbereitet, wenn ein Journalist oder Investor Informationen anfordert. Ein fertiges Media-Kit zeigt Professionalität, spart Zeit und erhöht die Wahrscheinlichkeit, Presseberichte zu erhalten, da Sie es den Autoren erleichtern, über Sie zu schreiben.
Abschließende Gedanken zu Media Kits
Ein Media-Kit ist eines der wertvollsten Tools für Ihre Marke. Es spart Zeit, steuert Ihr Image und erleichtert es anderen, Ihre Geschichte zu teilen. Egal, ob Sie ein Startup oder ein etabliertes Unternehmen sind: Ein gut organisiertes, aktuelles Media-Kit positioniert Sie als professionell und bereit für neue Chancen.
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