Mitarbeiterhandbuch erstellen – Best Practices
Ob Sie ein brandneues Smartphone auspacken, sich mit IKEA-Möbeln abmühen oder mit Ihren Kindern eine Lego-Burg bauen – Sie greifen ganz selbstverständlich zu den Anleitungen. Ihr Unternehmen verdient dieselbe Klarheit – und genau hier kommt das Mitarbeiterhandbuch ins Spiel. In einem klaren und zugänglichen Format präsentiert, zum Beispiel mit einem Flipbook-Ersteller, wird es einfach zu lesen, zu navigieren und vor allem tatsächlich zu nutzen.
In den folgenden Abschnitten erklären wir den Hauptzweck eines Mitarbeiterhandbuchs und warum es für Ihr Unternehmen unverzichtbar ist.
Was ist ein Mitarbeiterhandbuch?
Ein Mitarbeiterhandbuch ist ein Dokument, das alles beschreibt, was Mitarbeiter wissen müssen: Unternehmensrichtlinien, tägliche Abläufe, Erwartungen an die Arbeit, angebotene Vorteile sowie Rechte und Pflichten. Es liefert Antworten auf Fragen, die man vielleicht nicht zu stellen wagt (oder während der Einführung vergessen hat zu fragen). Zum Beispiel:
- Erklärung von Antidiskriminierungsrichtlinien – besonders wichtig, wenn ein Büro in einem neuen Land mit anderen Mentalitäten und Gepflogenheiten eröffnet wird.
- Technische Details aufzeigen – wie man die Zugangskarte benutzt, sich ins System einloggt und wo man die „Tickets“ herbekommt, um die Arbeit starten zu können.
- Erklärung der Vergütung von Vertriebsmitarbeitern – Grundgehalt, Provisionen, Boni und Zulagen.
- Hinweis auf den wichtigsten Ort im Büro – die Cafeteria und die Regeln für deren Nutzung (z. B. das Teilen des Kühlschranks).
Im Wesentlichen ist es die „eine Quelle“, die Mitarbeitern hilft, ihren Job gut zu machen, sich in die Unternehmenskultur einzufügen und gesetzeskonform zu handeln. Wenn ein erfahrener Kollege nicht zur Stelle ist, kann das Handbuch ein echter Lebensretter sein.
Die meisten Unternehmen stellen dieses Dokument während der Einarbeitung zur Verfügung – in gedruckter Form als Broschüre, digital als PDF oder als Link geteilt. Unten sehen Sie ein Beispiel, wie ein Mitarbeiterhandbuch aussehen kann, wenn es mit Publuu erstellt wurde.
Beispiel für ein Mitarbeiterhandbuch von Publuu
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Wie Sie ein effektives Mitarbeiterhandbuch erstellen
Ein professionelles Mitarbeiterhandbuch zu erstellen, ist ein anspruchsvolles Projekt, das rechtliche Vorgaben, Unternehmenskultur und interne Kommunikation vereint. Es ist keine Aufgabe, die eine Person allein bei einer Tasse Kaffee erledigen sollte. Hier ist ein bewährter, ganzheitlicher Ansatz:
Stellen Sie ein Team aus interdisziplinären Experten zusammen
Schreiben Sie das Handbuch nicht isoliert. Um praktisch und „alltagstauglich“ zu sein, benötigen Sie Beiträge aus verschiedenen Perspektiven:
- HR: Kennt die häufigsten Fragen und wiederkehrenden "Probleme" der Mitarbeitenden während der Einarbeitung. Sie wissen, welche Abschnitte am häufigsten aufgerufen werden.
- Recht / Compliance: Sorgt für die Einhaltung des Arbeitsrechts und der DSGVO.
- Management / Geschäftsleitung: Gibt den Ton, die Vision und die strategischen Prioritäten vor.
- Marketing / Employer Branding: Sichert die Konsistenz von Sprache und visuellem Stil mit der Arbeitgebermarke (Kommunikationston).
- Mitarbeitervertretung: Gewerkschaften oder Betriebsrat. Ihr Input verhindert ein "Das haben die da oben wieder ausgedacht" und beschleunigt die Akzeptanz der Unterlagen.
Rechtliche Prüfung – die Hierarchie der Regeln beachten
Denken Sie an die Hierarchie der Rechtsquellen: nationales Arbeitsrecht → Tarifverträge → Betriebsordnung → Mitarbeiterhandbuch.
- Goldene Regel: Das Handbuch darf den Mitarbeitenden nicht weniger bieten, als das Gesetz vorschreibt (z. B. Arbeitsrecht). Wenn das Gesetz 20 Urlaubstage garantiert... nun, dann können Sie das nicht kürzen.
- Mehrsprachiger Zugang: Beschäftigen Sie internationale Mitarbeitende, ist es eine gute Praxis, das Handbuch in einer für sie verständlichen Sprache bereitzustellen.
- Lokale Versionen: Haben Sie Büros in mehreren Ländern, vergessen Sie ein universelles Handbuch. Erstellen Sie einen globalen "Kern" (gemeinsame Werte, universelle Standards) und fügen Sie lokale Anhänge mit länderspezifischen Regelungen hinzu. Beispielsweise sind in Frankreich Pausen geregelt, während in Deutschland andere Urlaubsregelungen gelten als in Polen.

Planung und Schreiben – menschenzentrierter Ansatz
Schreiben Sie in einer Sprache der Vorteile und Klarheit – nicht in Verboten. Vermeiden Sie juristisches Fachchinesisch. Verwenden Sie für jede Richtlinie das einfache 3W-Schema:
⭐ Warum? Erklären Sie die Absicht.
Beispiel: "Wir glauben an Work-Life-Balance und das Recht, nach der Arbeit abzuschalten, weil Ihr Privatleben genauso wichtig ist wie Ihre beruflichen Aufgaben."
⭐ Was? Geben Sie die Regel an.
Beispiel: "...deshalb erwarten wir nicht, dass Sie nach 17:00 Uhr E-Mails beantworten."
⭐ Wie? Geben Sie eine praktische Vorgehensweise.
Beispiel: "...wenn Sie abends eine E-Mail senden, nutzen Sie die Funktion 'E-Mail planen' für den nächsten Morgen."
Abstimmung und Freigabe
Bevor Sie das Handbuch mit allen teilen, sollten Sie drei wichtige Schritte durchführen:
- DSGVO-Konformität prüfen: Stellen Sie sicher, dass keine unnötigen Verstöße gegen den Datenschutz vorliegen – z. B. wenn Sie alle Nachrichten auf Firmenhandys überwachen... das wäre zu viel.
- Mit Mitarbeitenden abstimmen: Teilen Sie den Entwurf mit Teamvertretern. Das verhindert eine negative "Top-Down"-Reaktion und sorgt dafür, dass die Regeln besser akzeptiert werden.
- Managementfreigabe einholen: Ohne diese ist das Handbuch kein offizielles Dokument, sondern lediglich ein interessantes Projekt.

Clevere Verteilung (nicht nur als E-Mail-Anhang)
Eine Nachricht mit einem langen, zu technischen Titel zu versenden, garantiert fast, dass sie im Ordner "Empfangen" landet und nie geöffnet wird. Stattdessen:
- Teilen Sie das Handbuch bereits während des Pre-Boardings, bevor der Mitarbeiter im Büro erscheint. So muss er am ersten Tag nicht alle Fragen stellen, und Sie hinterlassen den Eindruck eines bestens organisierten Arbeitgebers.
- Platzieren Sie QR-Codes an strategischen Orten: in der Küche, in Besprechungsräumen, am Eingang. Wenn ein Mitarbeiter fragt: "Wie beantrage ich Urlaub?", kann er einfach den Code scannen und sofort die Antwort finden.
- Holen Sie sich eine elektronische Bestätigung, dass der Mitarbeiter das Handbuch gelesen hat. Das ist genauso verbindlich wie Papierformulare, die die Personalabteilung leicht verlieren könnte.
Das Handbuch als lebendiges Dokument: Aktualisierungen und Archivierung
Das schlechteste Handbuch ist eines, das seit Jahren nicht mehr aktualisiert wurde. Zum Beispiel zeigt es noch das alte Logo und veraltete Gehaltsangaben.
- Regelmäßige Überprüfungen: Überprüfen Sie das Handbuch mindestens einmal im Jahr und jedes Mal, wenn sich gesetzliche Vorgaben ändern (z. B. neue Urlaubsansprüche, Anpassungen des Mindestlohns).
- Änderungsverfolgung: Anstatt eine komplett neue Version des Handbuchs zu versenden, schicken Sie den Mitarbeitern eine kurze Zusammenfassung der Änderungen. Niemand möchte 50 Seiten erneut lesen, nur um zu erfahren, dass sich das Zahlungsdatum um einen Tag verschoben hat. Mit Tools wie Publuu können Sie das ganz einfach erledigen, indem Sie das Dokument aktualisieren, ohne den Link zu ändern – so haben Mitarbeiter immer Zugriff auf die neueste Version.
- Archivierung: Unverzichtbar bei rechtlichen Streitigkeiten. Sie müssen nachweisen können, welche Version zu welchem Zeitpunkt gültig war. Bewahren Sie alle Versionen mit ihren Gültigkeitsdaten so lange auf, wie Mitarbeiter Ansprüche geltend machen können (z. B. 3 Jahre).
Best Practices und häufige Fehler bei Mitarbeiterhandbüchern
Ein Mitarbeiterhandbuch sollte ein aktives Werkzeug sein, das tatsächlich genutzt wird – kein Dokument, das einmal erstellt und dann vergessen wird. Aus der Praxis haben sich folgende Ansätze bewährt, während andere häufig zu Fehlern führen.
Best Practices
- Beziehen Sie Mitarbeiter in die Erstellung ein – "Frontline"-Mitarbeiter erkennen sofort unklare, unrealistische oder veraltete Regeln.
- Speichern Sie das Handbuch in der Cloud mit einem permanenten Link – eine Aktualisierung genügt, und alle haben die neueste Version.
- Ein paar Kontrollfragen nach jedem Kapitel helfen, wichtige Informationen besser zu behalten.
- Sie können sogar einen Hauch Humor einbauen – z. B. leichte, witzige Grafiken oder Memes für falsche Antworten.
- Version mit Gültigkeitsdatum auf dem Deckblatt (entscheidend bei Streitfällen).
- Trennen Sie ein "Globales Handbuch" (Kultur, Werte) von lokalen Anhängen (Polen – 26 Tage Urlaub, Deutschland – Betriebsrat, etc.).
Die häufigsten Fehler
- Das Kopieren aus dem Handbuch eines anderen Unternehmens (kann problematisch sein, wenn die Regeln nicht mit dem lokalen Arbeitsrecht übereinstimmen).
- Ein 80-seitiges PDF in 10-Punkt-Schrift, das einmal während des Onboardings versendet wird und danach nie wieder.
- Sätze wie "Wir sind wie eine Familie" verwenden und dann Personal reduzieren (Netflix hat dies gelöst, indem sie schrieben: "Wir sind ein Team, keine Familie").
- Leistungen versprechen, die das Unternehmen nicht einhalten kann (z. B. "unbegrenzter Urlaub", den in der Praxis niemand nimmt).
- Keine unterzeichnete/digitale Bestätigung – und vor Gericht behauptet der Mitarbeiter: "Ich habe das nie gesehen".
So wird Ihr Mitarbeiterhandbuch zu einem digitalen Tool
Jetzt, da Sie wissen, wie ein gutes Mitarbeiterhandbuch entsteht, ist es an der Zeit, darüber nachzudenken, wie Sie es wirklich nutzbar machen können.
Die meisten der oben genannten Fehler passieren nicht aus böser Absicht. Sie entstehen, weil das Mitarbeiterhandbuch als statisches PDF betrachtet wird, anstatt als lebendiges Dokument, mit dem Menschen tatsächlich arbeiten. Die Wahl des richtigen digitalen Formats kann hier entscheidend sein.
Publuu verwandelt Ihre langweiligen PDFs in interaktive Flipbooks, die Mitarbeiter wirklich gerne durchblättern. Es vereint die Eleganz einer gedruckten Broschüre mit den Vorteilen digitaler Werkzeuge.
✔️Multimediale Inhalte, die begeistern: Integrieren Sie ein Video des CEOs (endlich sehen die Mitarbeiter ihn!), GIFs und Links zu wichtigen Prozessen.
✔️Passwortschutz: Denn was in der Firma passiert, sollte vertraulich bleiben. Es sei denn, es geht um Erfolge – dann dürfen Sie ruhig angeben.
✔️Analysen: Prüfen Sie, ob Ihre Mitarbeiter tatsächlich die GDPR-Richtlinien lesen oder direkt zum Kapitel über Benefits springen.

Klare Sprache – So wird Ihr Mitarbeiterhandbuch verständlich
Selbst das juristisch perfekteste Handbuch nützt nichts, wenn es niemand öffnet. Damit Ihre Mitarbeiter es wirklich nutzen, sollten Sie genauso viel Wert auf Lesbarkeit und Gestaltung wie auf den Inhalt legen. Hier einige Tipps:
✔️ Nutzen Sie die direkte Ansprache: Sprechen Sie den Leser direkt an. Statt: "Mitarbeiter sind verpflichtet, Urlaubsanträge einzureichen...", schreiben Sie: "Reichen Sie Ihren Urlaubsantrag mindestens 7 Tage vor der geplanten Abwesenheit ein".
✔️ Gestalten Sie es leserfreundlich: Verwenden Sie kurze Absätze, Aufzählungspunkte und viel Weißraum. Lange Textblöcke schrecken ab. 12-Punkt-Schrift, Times New Roman oder Arial. Verzichten Sie auf unnötigen Schnickschnack – fokussieren Sie sich auf die Inhalte.
✔️ Drücken Sie sich klar aus: Solange es sich nicht um allgemein bekannte Fachbegriffe handelt, bleiben Sie bei einfacher Sprache. Falls Sie eine Abkürzung verwenden müssen, erklären Sie sie zuerst, z. B.: "In unserem Unternehmen wenden wir die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) an, die Ihre persönlichen Daten schützt".
✔️ Seien Sie konsistent: Bleiben Sie in einem einheitlichen Ton – ob formell, locker oder humorvoll. Wenn Sie im Alltag eine entspannte, freundliche Unternehmenskultur pflegen, sollte Ihr Handbuch nicht wie ein Gesetzestext klingen.
✔️ Visualisieren Sie Daten: Schreiben Sie keinen Fließtext über die Organisationsstruktur – zeigen Sie ein Diagramm. Listen Sie Urlaubszeiten nicht in einem Satz auf – nutzen Sie eine Kalendargrafik.
Traditionelles vs. digitales Mitarbeiterhandbuch
Die Wahl des Formats eines Handbuchs ist wie der Vergleich zwischen Brieftaube und E-Mail. Beide funktionieren (theoretisch), aber eines ist eindeutig veraltet.
| Funktion | Traditionell (Druck) | Digital (Online / PDF) |
| Zugänglichkeit | Benötigt physisches Exemplar | Überall und jederzeit verfügbar |
| Updates | Erfordert Neudruck und Verteilung | Einfache Aktualisierung; immer die neueste Version |
| Durchsuchbarkeit | Manuelles Durchblättern | Schnelle Stichwortsuche |
| Kosten | Druck- und Versandkosten | Geringe laufende Kosten |
| Umweltbelastung | Papierverbrauch | Nachhaltigere Lösung |
| Engagement | Wirkt formell und autoritär | Kann Videos, Links, interaktive Inhalte enthalten |
| Nachverfolgung | Manuelle Bestätigungen nötig | Automatische Nachverfolgung, wer was gelesen hat |
| Am besten geeignet für | Arbeitsplätze ohne Computerzugang; Sicherungskopien | Moderne Unternehmen; Remote-Teams |
Das digitale Format ist wie ein modernes Smartphone – flexibel, immer griffbereit und voller nützlicher Funktionen, die Sie vorher nicht kannten. Der traditionelle Druck hingegen ist wie ein altes Handy mit T9-Tastatur – es funktioniert, aber nur in sehr spezifischen Situationen. Es ist sinnvoll, es als Backup zu haben, nicht jedoch als Hauptwerkzeug.
Warum ist ein Mitarbeiterhandbuch wichtig für Unternehmen?
In einem kleinen Team kann ein neuer Mitarbeiter einfach rufen: „Hey Chef, wie funktioniert das hier?“ Aber für wachsende Unternehmen ist ein Handbuch unverzichtbar. Es schafft Einheitlichkeit, gewährleistet Transparenz und verhindert vor allem rechtliche Probleme, bevor sie entstehen.
Vermittelt Unternehmenskultur, Mission und Werte
Von Tag eins an heißt das Handbuch neue Mitarbeiter in der "Gemeinschaft" willkommen. Wenn die Mission klar ist, engagieren sich Mitarbeiter stärker. Außerdem reduziert ein gutes Handbuch den Stress des "Neuen". Statt sich verloren zu fühlen oder ständig um Hilfe zu fragen, können sie sich direkt auf ihre Aufgaben konzentrieren.
Oft spiegelt das Design des Handbuchs das Unternehmen wider. Helle Farben und Infografiken passen zu einem Bildungsunternehmen, während ein minimalistisches Design ideal für ein Technologieunternehmen ist.
Setzt klare Erwartungen
Das Handbuch definiert präzise Verhaltensregeln, Leistungsstandards und wichtige Prozesse – von der Urlaubsantragstellung bis zu Sicherheitsvorkehrungen. Dadurch halten sich alle an die gleichen Regeln, und Richtlinien werden im gesamten Unternehmen einheitlich durchgesetzt. Selbst wenn bestimmte Themen durch das nationale Recht geregelt sind, lohnt es sich, diese im Handbuch zu erwähnen – für Klarheit und ein gutes Gefühl. HR-Daten zeigen, dass Mitarbeiter mit klaren Verantwortlichkeiten 53 % produktiver sind als diejenigen, die nicht genau wissen, was von ihnen erwartet wird.
Arbeitssicherheits-Trainings sind verpflichtend, aber das Handbuch kann grundlegende Regeln für den Arbeitsalltag im Unternehmen beschreiben. Selbst wenn Sie als Vertriebler in einem Motorenherstellungsunternehmen arbeiten, sollten Sie wissen, wie diese funktionieren und wie Sie sich auf der Produktionsfläche sicher bewegen. In einer gesunden Organisation sollte jeder verstehen, wie das große Ganze funktioniert (damit es nicht versehentlich beschädigt wird).
Beschreibt Führungspraktiken
Wie sieht die Kommunikation im Unternehmen aus? Wann erhalte ich mein Gehalt? Welche Regeln gelten bei der Dienstplanung und was mache ich, wenn ich Urlaub nehmen möchte? Dieses Mitarbeiterhandbuch beantwortet diese Fragen und deckt Themen wie Familien- und Krankheitsurlaub, Bürgerpflichten und andere Freistellungsrichtlinien ab.
Auch wenn das Gesetz in manchen Bereichen klare Vorgaben macht, kann das Handbuch die Unternehmensstandards genau festlegen (z. B. Gehaltszahlung am 15. des Monats statt „gegen Ende des Monats“).
Sorgt für einheitliche Richtlinien
Ohne ein Handbuch besteht die Gefahr, dass verschiedene Führungskräfte unterschiedliche Standards anwenden, was zu Missverständnissen führt. Schriftlich festgelegte Regeln beheben dieses Problem und gewährleisten Gleichbehandlung und Transparenz. Dies ist auch ein Grund, das aktualisierte Handbuch mit erfahrenen Mitarbeitern zu teilen.
Leistungsbewertungssysteme bieten ein gutes Beispiel – das Handbuch kann klarstellen, dass monatliche Bewertungen wichtig sind, zusätzliche Schulungen jedoch die Endbewertung positiv beeinflussen können.
Hebt Vorteile und Zusatzleistungen hervor
Mitarbeiter möchten wissen, was sie erwartet. Das Handbuch beschreibt detailliert bezahlte Freistellungen, Krankenversicherungen, Rentenpläne und andere angebotene Leistungen – was direkt die Zufriedenheit und Bindung der Mitarbeiter steigert. Gibt es ein Fitnessstudio, einen Getränkeautomaten oder ist es vielleicht nicht erlaubt, eigenen Tee mitzubringen? Kleine Dinge haben im Alltag oft mehr Bedeutung, als man denkt.
Planen Sie Boni für Top-Performer, wie die private Nutzung eines Firmenlaptops? Dann können Sie diese Regelung im Handbuch festhalten, um genau zu erklären, was mit der Ausrüstung erlaubt ist.
Fördert rechtliche Konformität
Bundes- und Landesgesetze verpflichten Arbeitgeber, ihren Mitarbeitern bestimmte Informationen bereitzustellen. Ein Unternehmenshandbuch hilft, diese Anforderungen zu erfüllen und reduziert das rechtliche Risiko.
Eine unterzeichnete Empfangsbestätigung dient als Absicherung. Sie beweist, dass der Mitarbeiter informiert wurde – ein unschätzbarer Vorteil, falls es jemals zu einem Rechtsstreit kommt.

Was gehört in ein Mitarbeiterhandbuch?
Ein gutes Handbuch muss nicht hundert Seiten lang sein. Sein Hauptzweck ist es, trockene rechtliche Regelungen in eine verständliche Sprache zu übersetzen. Da es Ihrem Team helfen soll, konzentrieren Sie sich auf die Dinge, die sie wirklich wissen müssen, um ihre Arbeit gut zu machen.
Einleitung und Unternehmenskultur
Beginnen Sie mit einer kurzen Einführung, um zu zeigen, wofür Ihr Unternehmen steht. Erwähnen Sie Ihre Mission und Werte und zeigen Sie die Teamstruktur auf, damit neue Mitarbeiter wissen, wer wer ist. Dies ist auch der ideale Ort, um Ihr Engagement für ein respektvolles und inklusives Arbeitsumfeld zu betonen.
Arbeitsplatzregeln und Verhalten
Erklären Sie klar, was Sie von Ihren Mitarbeitern in Bezug auf Verhalten erwarten. Dazu gehören grundlegende Standards für Professionalität, Anti-Mobbing-Richtlinien und Dresscodes. Erwähnen Sie auch den Umgang mit sozialen Medien und wie Interessenkonflikte gemeldet werden können.
Gehalt, Zusatzleistungen und Urlaub
Dieser Abschnitt wird von allen zuerst gelesen. Erläutern Sie klar, wann Gehälter ausgezahlt werden und wie Boni funktionieren. Beschreiben Sie auch Ihre Urlaubsregelungen, wie freie Tage beantragt werden können, und welche zusätzlichen Leistungen wie Krankenversicherung Sie anbieten.
Rechtliche Vorgaben und Sicherheit
Jede Organisation benötigt einen Abschnitt zu rechtlichen Anforderungen. Behandeln Sie die Grundlagen des Datenschutzes und der Arbeitssicherheit. Es ist auch ratsam, Ihre Richtlinie zur Kommunikation außerhalb der Arbeitszeit zu bestätigen, da in vielen Regionen das Recht auf Nicht-Erreichbarkeit mittlerweile als Standard angesehen wird.
Remote-Arbeit und Bestätigung
Wenn Ihr Team von zu Hause aus arbeitet, sollten klare Regeln zu Ausstattung und Kosten festgelegt werden. Beispielsweise schreiben einige Vorschriften wie der California Labor Code vor, dass Arbeitgeber notwendige Geschäftsausgaben ihrer Mitarbeiter erstatten müssen. Abschließend sollte immer ein Formular enthalten sein, mit dem der Mitarbeiter bestätigt, das Dokument gelesen zu haben, um sicherzustellen, dass die Regeln korrekt kommuniziert wurden.

FAQ zum Mitarbeiterhandbuch
Wie oft sollte das Handbuch aktualisiert werden?
Einmal im Jahr ist das absolute Minimum. Zusätzlich – immer dann, wenn sich Vorschriften ändern (z. B. zu Urlaub oder Mindestlohn). Anstatt das gesamte Handbuch erneut zu senden, teilen Sie den Mitarbeitern einfach eine kurze Übersicht der Änderungen mit.
Wie teilen Sie das Handbuch mit Ihrem Team?
Stellen Sie einen dauerhaften Link bereit (z. B. über Slack) und platzieren Sie QR-Codes im Büro – idealerweise in der Küche oder im Aufzug, wo Mitarbeiter ohnehin ihre Smartphones nutzen. Neue Mitarbeiter sollten das Handbuch spätestens 3 Tage vor ihrem Start per E-Mail erhalten.
Wie stellen Sie sicher, dass Mitarbeiter das Handbuch lesen?
Anstelle endloser Textelemente sollten Sie Videos und Grafiken einfügen. Für rechtliche Sicherheit fordern Sie eine digitale Empfangsbestätigung. Sie können auch ein kurzes, unterhaltsames Quiz am Ende hinzufügen – das ist die effektivste Methode, um sicherzustellen, dass die wichtigsten Regeln im Gedächtnis bleiben.
Fazit zum Mitarbeiterhandbuch
Ein großartiges Mitarbeiterhandbuch ist keine HR-Pflicht – es ist ein zentraler Bestandteil Ihrer Unternehmenskultur. Es ist das erste und letzte Dokument, das zeigt, ob Sie wirklich Wert auf Ihre Mitarbeiter legen oder nur rechtlich abgesichert sein möchten.
Wenn es in einer verständlichen Sprache verfasst ist, optisch ansprechend gestaltet, in der Cloud zugänglich ist und mit dem Unternehmen wächst – dann wird es tatsächlich gelesen, stolz Freunden gezeigt („Schaut mal, wie cool meine Firma ist!“), und Sie können beruhigt sein, weil Sie im Streitfall den Nachweis haben, dass alle die Regeln kannten.
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